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Grobschliff

 

der Grobschliff dient dazu dem Spiegel die Grundform, also die nötige Vertiefung für die gewünschte Brennweite zu geben. dabei sollte nach beendigung des Grobschliffs eine gute Annäherung an die Sphäre erreicht sein. Die Tiefe der Aushöhlung, die sogenannt Pfeiltiefe, im Spiegel kann nach folgender Formel berechnet werden :

 

Pfeiltiefe = R - Wurzel (R ^2 - D ^2 / 4)

wobei :
R = der Kugelradius der Sphöree iste also 2 x Brennweite
D = der Durchmesser des Spiegel ist.

 

Beispiel :für R=2800mm und D=254 mm ergab sich eine Pfeiltiefe von 2.88 mm  

 

Der Grobschliff umfasst die Körnungen Karbo 80 bis zum Erreichen der Pfeiltiefe

 

  

Um den Grobschliff zu verkürzen besteht die Möglichkeit, den Spiegelrohlig mit einer Diamantscheibe und einer Flex vorzubereiten. Dies lohnt sich insbesondere bei größeren Spiegeln und großen Pfeiltiefen. Man spart viel und Kraft und Unmenge an Karbo 80 Schleifpulver. Verschiedene Spiegelschleifer Kollegen bieten vorgeflexte Rohlinge an. Das Tool muß natürlich auf gleiche Weise vorbereitet werden, allerdings hier in konvexer Form.

 

 

  

Zum Schleifen wird je nach Spiegelgröße 1/2 bis 1 Teelöffel Karbo auf dem Spiegel verteilt und mit der Sprühflasche angefeuchtet. Die optimale Dosierung und Wassermenge findet man nach wenigen Chargen selbst leicht heraus. Um die Vertiefung in den Spiegel zu bekommen, wird der Spiegel oben und das Verkzeug unten (MOT Mirror on Top im gegensatz zu TOT Tool on Top) verwendet. Durch einen deutlichen Überhang und Druck auf die Kante wird die Mitte des Spiegel ausgehöhlt.

 

Äußerst wichtig ist es, das Werkzeug gegenüber dem Spiegel ständig und gemeinsam Tool und Spiegel auf dem Schleiftisch zu drehen um Astigmatismus zu vermeiden. Dieses Drehen wird konsequent bis zum Parabolisieren durchgehalten. Ich habe mir dazu eine gewissen Automatismus angewöhnt. Nach jedem Strich dreht man Tool oder Spiegel (je nachdem was oben liegt) um ca 5 bis 10° nach links. Diese Bewegung fließt automatisch in die Vorwärtsbewegung ein. Nach ca. 15 Strichen dreht man Tool und Spiegel gemeinsam um ca 30° nach rechts

  

Nach ca. 1-2 Minuten erkennt man am nachlassenden Schleifgeräusch, dass das Schleifpulver seine Wirksamkeit verliert. Mit dem verbrauchten Schleifmittel weiterzuarbeiten ist verschwendete Zeit. Das Schleifmittel-Glasgemisch wird mit einem feuchten Schwammtuch vom Spiegel und Tool abgewischt und das Schleiftool danach mit neuem Karbo Pulver beschickt

 

 

Während des Grobschliffs wird die erreichte Pfeiltiefe von Zeit zu Zeit gemessen, um den Erfolg der Schleifarbeiten zu kontrollieren. Die Pfeiltiefe kann mit einer Schieblehre und einem Stahlineal oder mit einer einfachen selbsgebauten Vorrichtung mit Hilfe einer Meßuhr ermittelt werden

  

Alternativ kann die Brennweite (bzw. der Radius) des Spiegels mit der "Taschenlampenmethode" kontrolliert werden. Man stellt den Spiegel hochkant auf einen Tisch (eventuell in die schon gebaute Meßvorrichtung) und feuchtet ihn mit der Sprühflasche an. Man hält nun unmittelbar neben sein Auge eine LED Taschenlampe und versucht zunächst den Reflex der Lampe im Spiegel zu erkennen. Nun bewegt man den Kopf mit Taschenlampe auf und ab und beobachtet den Reflex im Spiegel. Befindet man sich innerhalb des Mittelpunktes des Kurvenradius folgt der Reflex der Kopfbewegung. Befindet man sich außerhalb ist die Rflexbewegung gegenläufig. Im Kugelmittelpunkt ist die die Bewegung des Reflexes nicht mehr zu erkennen. Mit Hilfe dieser Methode läßt sich die Brennweite (bzw. der Radius) auf +- 2cm bestimmen. Zur Abstandsmessung Lampe - Spiegel verwendet man zweckmäßigerweise ein flexibles Maßband, das man am Spiegel befestigt und mit der Lampe mitführt.

 

Zur Überprüpfung der Kugelform kann die "Filzstiftmethode angewendet werden. Dazu wird sowohl auf Tool als auch auf den Spiegel ein Kreuz mit wasserfestem Filzstift aufgezeichnet. Wenn die Kreuze nach wenigen Strichen gleichmäßig über die ganze Länge verschwinden, ist dies ist eine Zeichen, das Tool und Spiegel sich der Kugelform angenähert haben:

 

 

Der Test läßt sich am besten am Ende einer Charge ausführen, indem man nur den Spiegel reinige und das Kreuz aufbringt. Das Schleifmittel auf dem Tool ist dann noch ganz gleichmäßig verteilt:

 

 

 

 

Nach Erreichen der gewünschten Pfeiltiefe ist der Schliff mit Karbo 80 abgeschlossen. Ganz wichtig ist es, am Ende des Grobschliffs schon der Spähre möglichst nahe zu kommen. Eine gute Sphäre innerhalb einer Schleifstufe verkürzt die nachfolgende, da das nächst feinere Korn sofort auf der ganzen Fläche greift. Die weiteren Schleifstufen des Grobschliffs Karbo 180 und Karbo 320 dienen jetzt dazu die Spiegeloberfläche zu verfeinern und die Löcher der vorhergehenden Stufe auszuschleifen. Gleichzeitig wird die Spiegeloberfläche weiter der Kugelform angenähert. Wurde beim Karbo 80 vorwiegend MOT geschliffen um die gewünschte Pfeiltiefe zu erreichen wird jetzt zwischen MOT und TOT gewechselt und der Überhang reduziert (1/3 bis 1/2). Zwischendurch sollten auch ovale oder W und Chaos Striche eingefügt werden um Zonen zu vermeiden:

 

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  Astrofotografie Homapage Helwig Fülling