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Pechhaut erstellen

 

Zur Durchführung der Politur muss eine Pechhaut gegossen werden. Die Pechhaut dient als Träger des Poliermittels und hat die Aufgabe sich exakt der Spiegelform anzupassen. Das Poliermittel wird dabei in die weiche Pechhaut eingelagert.

 

Die Herstellung einer Pechhaut kann auf verschiedene Weise erfolgen. Im Netz werden dazu eine Vielzahl von Möglichkeiten beschrieben, so dass jeder das für ihn geeignete Verfahren auswählen kann.

 

Da Pech eine furchtbare Sauerei hervorrufen kann, sollte man dabei größte Vorsicht walten lassen. Selbst eine kleineste Mengen Pech kann, in die Wohnung getragen, einen Teppichboden gründlich ruinieren.

 

Als Grundlage für die Pechhaut kann das vorher verwendete Schleifwerkzeug genommen. oder ein eigenes Wekzeug angefertigt werden. Viele Spiegelschleifer fertigen sich ein neues Polierwekzeug an um gegebenfalls (z.B. bei auftreten von Kratzern) wieder zum Fienschliff zurückzukehren.

 

Aus den vielen Möglichkeiten zur Pechhauterstellung habe ich mir die sogennante "Fußmattenmethode" ausgesucht. Dazu besorgt man sich aus dem Autozubehörhandel eine Fußmatte. Diese wird nun so zugeschnitten, dass sie die gleiche Größe wie der Spiegel hat und auf diesen aufgelegt.

 

 

 

Aus Karton schneidet man sich einen Pappstreifen der den Spiegel und die Matte um ca. 10mm überragt. Der Papierstreifen wird am oberen Rand etwas aufgeweitet, so dass das Werkzeug später leicht auf das heiße Pech aufgesetzt werden kann.

 

 

 

Als Trennmittel trägt man eine dünne Schicht Spülmittel auf die Gummimatte auf.

 

 

 

 

 

Das Pech wird auf einer kleinen elektrischen Heizplatte, die z.B. im Campinghandel erhältlich ist erhitzt. Es empfiehlt sich etwas mehr Pech als benötigt aufzuheizen, um nicht beim Ausgießen der Fußmatte festzustellen, dass das Pech nicht ausreicht. Das Gießen der Pechhaut sollt in einem gutgelüftete Raum oder im Freien erfolgen, da die Däpfe mit Sicherheit nicht gesundheitsförderlich sind. Ist das Pech gleichmäßig in einer Konsistenz die dem von flüssigem Honig entspricht, geht man beherzt ans Werk.

 

Das Pech wird spiralförmig von innen nach außen auf die Fußmatte aufgetragen. Nachdem die Fußmatte vollständig und gleichmäßig bedeckt ist (die Pechhautdicke sollt etwa 5-8mm dick sein). wird das Tool mit der bearbeiteten Oberfläche auf das flüssige Pech aufgesetzt. Nun kontolliert man mit der Wasserwaage, ob das Wekzeug eben liegt und korregiert gegebenfalls die Lage des Werkzeugs.

 

 

Nach Abkühlen des Pechs wird der Papierkragen gelöst und das Werkzeug samt Fußmatte vom Spiegel abgehoben. Nun wird die Fußmatte vorsichtig von der Pechhaut abgezogen. Die erfolgt am besten in einem Kunstoffbeutel, da das erkaltete Pech leich absplittert und in der Gegen herumfliegt. Die Pechhaut sieht normalerweise nicht sehr schön aus. Dies ist aber völlig unerheblich, da die Anpassung der Pechhautobefläche an den Spiegel später erfolgt.

 

 

Als letzter Schritt wird der Rand der Pechhaut mit einem Messer schräg abgeschnitten, damit die Pechhaut bei der späteren Ploitur nicht den Spiegelrand zu stark bearbeitet. Die Rillen in der Pechhaut sind äußerst wichtg. Sie bieten dem Pech beim Anpressen an die Spiegeloberfläche den Raum um Auszuweichen. Die Rillen müssen während des Poliervorgangs eventuell wieder aufgeweitete werden. Dies geschieht am besten dadurch, dass das Tool in heißes Wasser gelegt und die Rillen mit einer schmalen Metallschiene aufgeweitet werden.

 

Manche Spiegelschleifer versehen die Oberfläche der Pechhaut noch mit einer Microstruktur, indem z.B. ein Fliegennetz beim Anpressen auf die Pechhaut gelegt wird. Es gibt auch unterschiedliche Ansichten über die Größe der Pechsegmente. Hier muss jeder Spiegelschleifer seinen eigenen Weg finden. Ich persönlich habe beste Erfahrungen mit den relativ kleinen Segmenten gemacht, die durch die Struktur der Fußmatte enstehen. Die kleinen Segmente werden beim Polieren permanent mit Poliermittel durch die Vielzahl von Kanälen umspült und mit Poliermittel versorgt.

 

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