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Politur

 

Die Politur dient allein dazu, die vom Feinschliff übrig gebliebenen Löcher (Pit´s) zu beseitigen. Der Polierprozess ist dabei nicht nur ein meachanischer Vorgang sondern es werden auch Glasmoleküle abgetragen und an anderer Stelle wieder abgesetzt. Am Ender der Politur sollte eine möglichst ideale Kugelform (Sphäre) entstehen.

 

Nachdem die notwendige Pechhaut angefertigt wurde, muss diese an die Spiegeloberfläche angepasst werden. Dies geschieht am einfachsten durch das sogenante "Warmpressen". dazu wird das Werkzeug samt Pechhaut einige Minuten in heißes Wasser gelegt. Die Temperaturwird so gewählt, dass mann gerade noch in das heiße Wasser greifen kann um das Tool herauszuheben. Die Oberfläche des Spiegels wird zuvor mit dem als Suspension angesetzte Poliermittel mit einem Pinsel gleichmäßig eingestrichen. Nun wird das Tool mit der Pechhaut auf den Spiegel aufgesetzt und kräftig angedrückt. Dies kann auch dadurch geschehen, das man sich auf den am Boden liegenden Spiegel /Tool stellt. Nach ca. 1 Minute ist das Pech wieder erkaltet und der Vorgang kann falls notwendig wiederholt werden. Das Warmpressen muss vor jeder Poliersitzung wiederholt werden. Manche Spiegelschleifer lassen das Tool zischen den Poliersitzungen auf dem Spiegel liegen, um das erneute Warmpressen zu vermeiden. Hierüber gibt es unter den Spiegelschleifern verschieden Auffassungen. Ich habe mit beiden Methoden gute Erfahrungen gemacht. Das Problem beim Liegenlassen des Werkzeugs auf dem Spiegel besteht darin, dass Spiegel und Tool nach einer Weile nur sehr schwer zu Trennen sind.

 

Als Politurmittel wird Ceriumoxid (das im Schleifpaket von Stathis Kafalis mitgeliefert wird) verwendet

Das Ceri wird ebenfalls in einer Suspension aus drei Teilen Wasser und einem Teil Poliertmittel in einem verschließbarem Glas angesetzt.

 

 

Die Suspension wird nun mit einem Pinsel aufgetragen und der Spiegel vorsichtig aufgesetzt. Nach einer Minute Wartezeit (damit eventuell eingeschleppte gröbere Partikel in die Pechhaut absinken) wird das Poliertool vorsichtig in kleinen Kriesen bewegt. Ist kein Kratzgeräusch zu hören beginnt die Politur. Die Strichführung ist im wesentlichen identisch mit der des Feinschliff. Vorwiegend 1/3 bis 1/2 Striche mit 1/3 Überhang wechselnd. Zwischenzeitlich Chaos- Oval und W-Striche um Zonen zu vermeiden. Ist die Pechhaut gut angepasst, setzt sie der Bewegung einen gleichmäßigen kräftigen Widerstand entgegen, sie saugt sich fühlbar am Spiegel fest. Ich persönlich habe daher beim Polieren keinerlei Druck auf das Tool ausgeübt. Die Poliergeschwindigkeit sollte ca. 1 Sekunde pro Strich betragen. Werkzeug und Tool werden wie beim Feinschliff permanent gegeneinander gedreht um Astigmatismus zu vermeiden.

 

 

Alle 15 Minuten wird von MOT auf TOT gewechselt um eine möglichst ideale Sphäre zu erreichen. Alle 30 Minuten wird das Poliermittel vom Spiegel und Tool entfernt und neues Poliermittel aufgetragen.

 

Ist der Spiegel vom Feinschliff her sehr gut ausgeschliffen uns sphärisch, fängt die Spiegeloberfläche schon nach einer halben Stunde an zu glänzen. Idealerweise findet diese Veränderung gleichmäßig über der gesamten Spiegeloberfläche statt. je gleichmäßiger dieser Vorgang stattfindet, desto schnelle ist die Politur abgeschlossen.

 

Nach ca. 1 Stunde Politur kommt der spannende Moment, wenn die erste Besichtigung des Spiegel an der Messerschneide stattfinden kann. Jetzt entscheidet sich, wie erfolgreich alle vorangegangen Bearbeitungsschritte waren.

 

Idealerweise verdunkelt sich der Spiegel beim seitlichen Einfahren der Schneide schlagartig (wenn die Schneide sich im Krümmungsmittelpunkt befindet)

 

 

Jetz beginnt der oft beschrieben Kampf mit dem Spiegel im Wechsel zwischen der Foucaultschen Schattenprobe und der daran angepassten Polierstrichführung. Ziel ist es wie schon beim Schleifen, eine möglichts gute Spähre zu erhalten.

Die Wirkung der Polierstriche ist ähnlich wie beim Feinschliff, wobei hier die persönliche Strichführung des Spiegelschleifers m.e. einen großen Einfluß hat. So wirkt der von einem Kollegen vorgeschlagege Strich unter Umständen beim eigenen Spiegel völlig anders. Ich bin daher als Änfänger dazu übergegangen eine eigene Strichführung zu finden, die Wirkung zu beobachten und die Strichführung danach anzupassen. Ich kann daher hier auch nur meine Eigene Erfahrung schildern.

 

Oberflächenstruktur des Spiegels während der Politur 

5 Stunden Politur 6 Stunden Politur
7 Stunden Politur 8 Stunden Politur
9 Stunden Abschluß der Politur    
Alle die von mir im Foucaulttest vermessenen Spiegel (eigene Spiegel und von Spegelschleifkollegen) wiesen einen mehr oder weniger zurückgebliebenen Rand auf. D.h. der Randbereich des Spiegels im Beriech von 1 bis 2 cm hat eine sichtbar längere Brennweite als der Rest des Spiegels. Die Brennweite dieses zurückgebliebene Randes (oft auch als abgesunkener Rand beschrieben) darf im Vergleich zum Rest des Spiegels dabei nicht zu groß werden. Als eine Faustregel gilt, die Schnittweite der Randzone solle beim Abschluß der Politur 1/4 der späteren Schittweite nicht überschreiten. Da beim späteren Parabolisieren der Randbereich eine längere Schnittweite bekommen muß, kann diese Differenz dann in die Parabel mit eingearbeitet werden. Zum Ende der Politur empfiehlt sich schon die Coudermaske anzufertigen, um die Schnittweiten der Spieglzonen zu bestimmen und die Strichführung anzupassen. Ein stärker zurückgebliebene Rand kann problemlos mit der sogenannten "Daumenmethode" beseitigt werden
 
 

Weiter zu Parabolisieren

  Astrofotografie Homapage Helwig Fülling