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Schleiftagebuch 10" Spiegel

 
25.01.2006
Die Rohlinge sind heute angekommen !!! Es sind zwei 10" er. Ein Rohling will ich als Tool verwenden. Ich möchte den Grobschliff komplett mit Karbo 80 machen (nicht mit der Flex vorarbeiten) zum einen habe ich Angst was zu versauen, zum anderen möchte ich die Schleiftechnik üben. Die Brennweite soll 1400mm betragen (f/5.5). Die Pfeiltiefe beträgt 2.88mm
 
Jetzt geht es los. Karbo 80 : ½ Teelöffel pro Schleifdurchgang. Erste Schleifversuche mit 1/3 Strichen mit großem Überhang. Drehen nicht vergessen. Der Schweiß lauft in Strömen. Nach einer Stunde 0.8 mm Tiefe erreicht. Am Anfang war die Technik nicht sehr gut. Es ist ein großer Körpereinsatz erforderlich. Reinigung nach jeder dritten Charge ist zu wenig. Ich gehe über zu einer Reinigung nach jeder Charge. Bin aber mit der ersten Stunde sehr zufrieden. Für heute reicht es.
 
 
26.01.2006
½ Stunde MOT geschliffen ohne irgend einen Fortschritt. Strichlänge geändert. Längere Striche oval ½ weit ausladend. Zuviel Wasser. Weniger Wasser ist besser. Vor jeder Charge Spiegel und Form reinigen. Drehen nicht vergessen. Nach einer viertel Stunde ist jetzt ein Fortschritt zu messen. Zum ersten mal mit der Filzstift Methode gearbeitet um die Kugelform zu testen. Das Kreuz verschwindet nur in der mittleren Zone bei ½ Durchmesser. In der Mitte und am Rand bleibt es stehen (wie schleift man um den Filztest zu machen wenig Überhang) ? Ich hab ein Loch in die Mitte gearbeitet, Weiterschleifen mit MOT und geringerem Überhang. Nach eine weiteren halben Stunde verschwindet das Kreuz jetzt gleichmäßiger. Spiegelmitte und Mittlere Zone. Der Rand bleibt stehen. Ich denke das ist erst mal gut. Nach 2 Stunden ist die Pfeiltiefe jetzt 1.6mm. Die Phase am Tool ist völlig verschwunden. rundherum am Tool kleine Muschelbrüche. Ich schleife die Phase am Tool nach. Am Spiegel ist die Phase vollständig erhalten. Die Handgelenke tun weh. Für heute ist jetzt erst mal Schluss. Das Spiegeltagebuch muss ja auch noch geschrieben werden.
 
 
27.01.2006
Noch 1,2 mm bis zu Pfeiltiefe. Heute gehe ich mit viel Elan an die Schleiferei. Zuerst die Phase am Tool nachgezogen, damit bei der nächsten Schleifstufe kein Schaden passiert. Von Anfang an die effektiven Schleifstriche MOT. Ausladend oval mit etwas geringerem Überhang. Nach 1 Stunde bin ich bei 2,2 mm Pfeiltiefe. Jetzt packt mich der Ehrgeiz. Heute Abend will ich die Pfeiltiefe von 2.88mm erreichen. Kurze Pause und danach geht es weiter. Nur noch ¼ bis 1/3 Überhang aber mit viel Druck. Die Arme tun weh. Zwischendrin immer mal wieder den Filzstifttest machen. Das Kreuz verschwindet jetzt von der Mitte bis zu einem Rand von 2cm gleichmäßig. Nach einer weiteren Stunde ist es geschafft. Pfeiltiefe 2.87mm. Noch einmal der Filzstifttest. Das Kreuz verschwindet gleichmäßig bis auf den Rand. Jetzt noch den Lampentest um die Brennweite zu bestimmen. Der Spiegel wird befeuchtet, so das er leicht spiegelt. Dann wird die Lampe neben das Auge gehalten und auf- und ab bewegt. Im Kugelmittelpunkt dreht sich die Bewegung der Lampe im Spiegel um. Der Kugelradius liegt gemessen bei 2750mm +- 50mm. Ziel war 2800mm also 1400mm Brennweite. Passt also sehr gut. Ich bin kaputt aber sehr zufrieden. Jetzt noch alles sauber machen, damit die nächste Schleifstufe mit dem 180 Karbo nicht kontaminiert wird. Aber überall liegt das Karbeo80 bzw die Schleifreste rum. Sogar zwischen den Zähnen knirscht es
 
 
28.1.2006
Heute habe ich mit dem Feinschliff angefangen (Karbo 180). Nach Rückfrage im Forum bei a.de kommt der Rand beim Feinschliff mit K180 automatisch nach. Ich schleife also immer 5 Chargen MOT und 5 Chargen TOT im Wechsel mit kurzen Strichen und unterschiedlicher Strichführung, und wenig Überhang. Zwischendurch ist mit noch ein Spritzer Wasser aus der Sprühflasche in den Karbobeutel geraten, so dass ich nur noch Klumpen hatte, und das Karbo erst getrocknet werden musste. Nach 1.5 Stunden verschwindet das Kreuz gleichmäßig.
 
 
29.01.2006
Nach weiteren 2 Stunden Schliff mit K180 ist mir das Karbo ausgegangen ohne das ich sicher bin, dass alle Pit´s des Karbo 80 weg sind. Die ganz fetten K80 Kratzer und Löcher sind nicht mehr zu sehen, aber es finden sich immer noch hier und da Locher, die etwa doppelt so Groß sind wie der Rest. Die Phase am Spiegel ist jetzt auch sichtbar angegriffen. Von den ursprünglichen 2.5mm sind noch 1.3mm übrig. Soll ich die Phase nachschleifen ? Ich lasse es, weil ich die Befürchtung habe, den Spiegel zu beschädigen. Der Spiegelradius liegt genau im Soll 2800mm +-20mm. Die Oberfläche des ist jetzt schon gleichmäßig matt und fühlt sich gut an wenn man mit dem Finger darüber streicht. Mein altes Problem mit dem Schleifstaub weitet sich aus. Ich habe den ganzen Arbeitsraum gründlich gereinigt. Der Rest der Familie schaut manchmal nach mir um zu schauen was ich da Treibe. Ich habe das Gefühl, das es nicht so richtig gewürdigt wird, was ich da so mache.
 
 
30.01.2006
Begin mit Karbo 320. Wieder zunächst Probleme mit der Dosierung des Karbo und des Wassers. Nach eineigen Chargen klappt es gut. Geschliffen werden je 5 Chargen TOT und 5 Chargen MOT mit geringem Überhang und wahllosen Bewegungen (mittlerer Druck). Während beim Wechsel von K80 auf K180 eine Beurteilung der Pit´s. sehr schwierig war, ist der Fortschritt beim K320 schon nach einer Stunde deutlich zu sehen. Nach insgesamt 1.5 Stunden ist Schluss für heute. Noch alles gereinigt und dann geht's ab in die Falle. Der Spiegel fühlt sich schon so schön an. Das man gar nicht aufhören will mit der Hand darüber zu fahren.
 
 
31.01.2006
Es geht weiter mit Karbo 320 Die Dosierung klappt jetzt gut. Trotzdem entsteht beim auftragen des Schleifpulvers mit dem Teelöffel kleine Häufchen. Dadurch setzte Tool und Spiegel an manchen Stellen Glas auf Glas auf. Das hört sich nicht so gut an. Nach einer weiteren Stunde ist auch das K320 verbraucht. Die Spiegeloberfläche sieht unter der Lupe sehr gleichmäßig aus, mit sehr wenigen etwas größeren Einzelpit´s. Jetzt geht es weiter zum Microgrit 15. Mir ist noch nicht klar, wie man das Pulver möglichst gleichmäßig auftragen kann. Vielleicht mit einem feinen Sieb ?. Ich werde jetzt erst mal im Internet recherchieren. Sie das die Schleifkollegen machen.
 
 
01.02.2006
Heute habe ich angefangen mit Mikrogrit 15. Zuerst Unklarheiten wie das Pulver aufgetragen wird. Dann erinnere ich mich an eine Veröffentlichung im Internet, in der beschriebene wurde wie mit einer Suspension gearbeitet wurde. Ich nehme mir also eine alte Tasse und rühre ca. 3 gehäufte Teelöffel Mikrogrit 15 mit wenig Wasser an. Mit Hilfe eines Pinsels lässt sich jetzt das Pulver sehr leicht über dem Spiegel gleichmäßig verteilen. Ich schleife eine Charge immer ca. 10 Minuten. Beim Chargenwechsel wechsele ich von TOT nach MOT bzw. umgekehrt. Geschliffen wird wechselnd W-Striche oder Ellipsen mit geringem Überhang. Alle drei Minuten muss mit der Sprühflasche eine leichter Wassernebel aufgetragen werden, damit das Tool nicht hängen bleibt. Nach einer Minute merkt man dann wie sich das Pulver gleichmäßig zwischen Tool und Spiegel verteilt und greift. Wenn die Charge ausgeschliffen ist, ziehe ich den Spiegel möglichst gleichmäßig vom Tool. Geschliffen wurde heute ca. 10 Chargen über einen Zeitraum von 2 Stunden. Die Oberfläche zeigt sich im Okular sehr gleichmäßig, so das ich der Meinung bin, dass die Stufe durchgeschliffen ist. Trotzdem werde ich morgen noch mal 5 Chargen schleifen um sicherzugehen. Die Oberfläche spiegelt jetzt schon merklich bis zu einem Winkel von 20°.
 
 
02.02.2006
Ich habe noch eine Stunde Mikrogrit 15 geschliffen. Nachdem ich die DVD von Stathis noch mal angeschaut habe gebe ich jetzt nur noch wenig Druck auf den Spiegel bzw. das Tool. Wie gehabt bei jeder Charge Wechsel zwischen TOT und MOT. Der Filzstifttest ist immer noch Zufriedenstellen, die Pfeiltiefe stimmt bis auf das 1/100 genau 2.88 mm. Nach 6 Chargen wird die Oberfläche meines Erachtens nicht besser. Ich spüle jetzt nach jeder Charge Spiegel und Toll unter laufenden Wasser ab, und benutze keine Wasser mehr aus dem Eimer um mir keine Kratzer einzuhandeln. Bisher habe ich Glück gehabt. Weil ich noch richtig Lust hatte bin ich auf das Mikrogrit 9 übergangnen. Gleiches Verfahren, Das Schleifpulver wird in einer Tasse aufgelöst und mit einem Pinsel aufgetragen. Beim Schleifen gebe ich jetzt keinen Druck mehr auf den Spiegel. Jede Charge 10 Minuten alle drei Minuten etwas Wasser aus der Sprühflasche dazugeben (nur als Nebel). Kurze Striche mit wenig Überhang, Striche wenn möglich chaotisch um Zonen zu vermeiden (drehen nicht vergessen). Wenn man den Spiegel rsp. das Werkzeug nach dem anfeuchten aufsetzt, muss man höllisch aufpassen, das es nicht wegflutscht. Insgesamt kommen Zwei Stunden mit ca. 12 Chargen zusammen. Ich denke das Mikrogrit 9 ist ausgeschliffen. Die Fläche sieht unter der Lupe sehr gleichmäßig (ohne Pit´s ) aus. Die Fläche Spiegelt jetzt bis zu einem Winkel von ca. 25°. Als Kolateralschaden ist inzwischen meine Brille zu nennen. Irgendwie muss auf die Brille etwas Schleifstaub gekommen sein. Beim Putzen habe ich mir die Entspiegelung auf eine Fläche von 1cm2 wegpoliert. Das Brillenglas kostet mehr als Rohling und Schleifmaterial zusammen. Na Prima ... Morgen geht's an die letzte Stufe des Feinschliffs Mikrokrit 5.
 
 
03.02.2006
Alles gründlich gereinigt, um die befürchteten Kratzer zu vermeiden. Alle Verbrauchsmaterialien, wie Tücher Reinigungslappen Pinsel entsorgt. Den Wassereimer gründlich gereinigt. Beim Bücken fällt mir das Handy aus der Brusstasche in den Eimer und versinkt in der Pampe". Wer sagt, Spiegelschleifen kosten wenig Geld ?. Das Mikrogrit 5 schleife ich jetzt mit jeder Charge 15 Minuten. Wie gehabt im Wechsel MOT und TOT mit jeweils kleinem Überhang (2 - 3cm) ohne Druck nur mit dem Eigengewicht des Spiegels. Nach 5 Chargen höre ich auf, weil ich keine Veränderung mehr sehe. Die Oberfläche Spiegelt jetzt bis zu einem Winkel von 35° sehr schön. Zwischen den Chargen habe ich den Filzstifttest gemacht. Die Striche verswinden nach ca. 10 Strichen sehr schön gleichmäßig. Ich denke soweit ist alles ok.
 
 
04.02.2006
Besuch bei Thomas Braxator, Mitglied der Spiegelschleifgruppe Ruhrgebiet. Er wohnt nur 28 Km entfernt, also ein Katzensprung. Thomas nimmt sich am Samstag Nachmittag vier Stunden Zeit mit einer Engelsgeduld meine Fragen zu beantworten. Als nächstes steht die Pechhaut an, so dass sich meine Fragen auf diese Thema konzentrieren. Besonders interessant ist auch der Aufbau des Foucaulttesters, bei dem eine Kamera direkt auf die Grundplatte hinter die Scheide gestellt wird. Ich baue meinen Tester um, und mit einem alten 105mm Takumar auf der D60 funktioniert nun alles bestens mit meinem MN76 Testspiegel.
 
 
8.2.2006
Heute habe ich die Pechhaut gegossen nach der Fußmattenmethode. Aus einer Autofußmatte habe ich einen kreis in Spiegelgröße geschnitten und auf den Spiegelrohling gelegt. Um den Spiegel kam aus Pappe ein Kragen mit ca. 10mm Überstand. Gestern hatte ich noch eine kleine Reisekochplatte und einen kleinen Topf besorgt. Die Matte habe ich mit Spülmittel als Trennmittel eingeschmiert. Das Aufschmelzen des Pechs ging völlig problemlos. Das Pech habe ich spiralförmig auf die Matte aufgetragen und dann das Tool aufgelegt und mit einer Wasserwaage kontrolliert. Nach ein par Minuten konnte man den Pappstreifen abziehen. Nach ca. 10 Minuten habe ich die Matte von der Pechhaut abgezogen (in einem Plastikbeutel, da das erkaltete Pech in kleinen Bröckchen in der Gegend rumspritzt). Das Spülmitte funktioniert nicht so gut als Trennmittel, so das Die Oberfläche etwas rau ist. Aber das ist ja vielleicht gar nicht so schlecht. Nach dem Erkalten des Pechs habe ich das Tool in eine kleine Wanne mit heißen Wasser gelegt und mit einem Messer den Rand begradigt und etwas abgeschrägt. Alles ging ohne die Befürchtete Sauerei ab. Jetzt muss ich noch mal nachlesen, wie die Pechhaut am besten an den Spiegel angepasst wird.
 
 
9.2.2006
Heute 4 Stunden Poliert. Die Pechhaut habe ich angepasst, indem ich den Spiegel und das Tool mit einer Kunstoffolie getrennt auf den warmen Boden unserer Fußbodenheizung gelegt habe. Obedrauf einen vollen Wassereimer mit heißem Wasser. Die Pechhaut greift wunderbar gleichmäßig. Ich schleife zunächst W und Ovalstriche mit ¼ Überhang je zur Hälfte MOT und TOT. Nach ½ Stunde schaue ich den Spiegel zum ersten mal an. Er ist schon deutlich glatt über die gesamte Fläche. Das ist ein gutes Zeichen. Das Poliermitteerneuer ich alle 30 Minute. Nach jeder Stunde mache ich eine Aufnahme am Foucaulttester. Der Rand und die Mitte bleiben etwas zurück. Nach Rückfrage im Forum verlängere ich die Strichlänge und den Überhang und schleife mehr MOT um die Mitte anzugreifen. Nach vier Stunden habe ich eine Schüssel. Der Spiegel ist jetzt schon wunderbar glatt und durchsichtig. Zwei kleine Kratzer habe ich mir eingefangen. Jetzt reinige ich vor jedem Chargenwechsel die Pechhaut mit einer Bürste. Ich bin sehr zufrieden. Nur der Foucaulttester nervt obwohl die Aufnahmen die rauskommen sehr schön aussehen. (Stunde 4).
 
 
0.2.2006
Hute nur 1 Stunde poliert, da ich wieder mal mit dem Umbau des Foucaulttesters für den Einsatz meiner neuen Videokamera beschäftigt war. Also wieder die Säge und feile ausgepackt. Die Mitte poliert deutlich besser aus. Das scheint aber bei 90% aller selbst geschliffenen Spiegel normal zu sein. Ich gehe als über auf 75% TOT mit unregelmäßigen strichen W und oval mit nicht mehr als 1/3 Überhang. Die Pechhaut greift gut. Zum ersten mal nach jetzt 5 Stunden Politur komme ich auf die Idee unser Mikroskop zur Beurteilung der Spiegeloberfläche zu benutzen. Die Pit´s und Kratzer sehen gewaltig aus. (Sunde 5).
 
 
11.2.2006
Thomas Braxator von der Spiegelschleifgruppe Ruhrgebiet war heute bei mir. Wir haben erst mal Begriffsklärung gemacht, die Handhabung des Foucaulttesters geübt und die Interpretation der Bilder besprochen. Jetzt wird mir einiges klarer. Thomas meint ebenfalls, das die Politur ideal läuft. Der Spiegel liegt nah an der Sphäre. Gleichmäßiger Schattenumschlag im Fokus beim Durchgang der Klinge.Thomas vermutet das die Politur in 3 Stunden abgeschlossen ist. Nachdem Thomas gegangen ist poliere ich noch eine Stunde (Stunde 6).
 
 
12.2.2006
heute beim ersten Anschauen des Spiegels im Foucault Tester der Schock. Mitten auf dem Spiegel ein riesen Kratzer. Zusätzlich am Umfang über einen Halbkreis eine komplette Kratzerkette (durchgehend) die auch nach erneutem reinigen nicht weggeht. Ich habe eine gehörige Schwellung am Hals erinnere mich aber an den Hinweis aus Stathis DVD bei Kratzern nicht aufhören. Sie betreffen nur einen verschwindend geringen Anteil der Spiegeloberfläche. Ich reinige sicherheitshalber die Pechhaut mit einer Bürst und gehe als mit einer gehörigen Portion Wut an die Polierung. Jetzt ist es sowieso egal. Ich mache gehörig Druck zentral auf den Spiegel und poliere nur TOT mit unregelmäßigen Strichen um den Rand zu erwischen. Er hängt ja ohnehin was den Polierstatus anbelangt hinterher. Nach einer halben Stunde reinige ich den Spiegel und schaue im Foucaulttester nach. Oh Wunder, die Kratzer am Rand sind völlig verschwunden. Nur der Zentrale Kratzer lacht mich unverändert an. Ich meine zu sehen, das der Randbereich zu stark angegriffen ist und gehe über auch MOT mit Kürzeren Strichen um die Oberfläche wieder anzugleichen. Nach weiteren 1.5 Stunden ist der Spiegel wieder so wie ich Ihn haben will. Der Schattenumschlag erfolgt wieder schlagartig. Auch der Politurstatus des Randes hat sich stark verbessert. Soweit alles im Lot. Ich mache noch mal kurz einen Ronchi-Test mit der Schneide. 3mm intrafokal fahre ich über die Oberfläche und dokumentiere alles mit der Kamera. Sieht gut aus. Der dicke Kratzer ist auch schon deutlich kleiner geworden. Ich denke, dass ich noch 2 Ehrenrunden á 1 Stunde absolvieren werde. (Stunde 8).
 
 
13.02.2006
1.5 Stunden Poliert. Striche wie gehabt. Der Spiegel wird am Rand noch mal deutlich besser. Der Foucaulttest zeigt keine Auffälligkeiten. Alles immer sehr nah an der Sphäre.
 
 
14.02.2006
Noch mal 1.5 Stunden Poliert. Irgendwie geht es was die restlichen Pits anbelangt nicht so richtig vorwärts. Speziell am Rand sind noch etwa 2-3 Pit´s pro cm² zu sehen. Der Zentrale Kratzer wird auch kleiner aber wird mir wohl erhalten bleiben. Ich beschließe ihn zu ignorieren. Viele kleine Kratzerchen speziell im Randbereich sind dazugekommen. Diese sind aber nur im Mikroskop zu sehen. Parallel habe ich die Coudermaske angefertigt (5 Zonen). In der letzten halben Stunde habe ich schon langsam versucht die Parabolisierstriche anzuwenden , MOT W-Striche mit 1/3 Überhang auf allen Seiten. Völlig ohne Druck. Die Pechhaut greift sehr gut. Ich lasse sie jetzt entgegen andere Ratschlägen über Nacht auf dem Spiegel liegen mit ordentlich Wasser um ein erneutes Anpassen der Pechhaut zu vermeiden. Ich beschließe den Spiegel aus auspoliert zu betrachten. Was natürlich nicht stimmt. Ich denke aber, dass ein par Pit´s weniger schlimme als eine nicht optimale Randzone. Jeder Kratzer den ich mir einfange bedeckt eine Größere Fläche als alle Restpit´s auf dem Spiegel. Nach einer weiteren Stunde parabolisieren zeigt das Foucaultbild einen wunderschönen Donought, wie gemalt. Ich mache zum ersten mal eine Schnittweitenmessung. Der Spiegel nähert sich schon der Parabel. Ich habe einen sagenhaften Strehl von 0,14 RMS 57,7 P-V Wavefront Fehler 1/1,43. Als Rasierspiegel würde es schon durchgehen. (Stunde 9.5).
 
 
15.02.2006
jetzt geht es schlag auf schlag. Ich messe jeweils nach 10 Minuten. Die Schnittweitenmessung nähert sich völlig gleichmäßig der Parabel. Ich passe meine W-Striche (MOT) an die Ergebnisse der Schnittweitenmessung an. Wenn die Mitte zurückbleibt etwas größeren Überhang, bleibt der Rand zurück kürzeren Überhang. Nach weiteren 50 Minuten habe ich plötzlich einen Strehl vom 0.97. Ich bin völlig überrascht und frage im Forum bei Astrotreff nach. Ich bekomme den Rat aufzuhören. Der Spiegel ist fertig. Zur Sicherheit mache ich nochmals eine Serie von Schnittweitenmessungen und drehe den Spiegel jeweils um 45° weiter. Alles völlig gleichmäßig.
 
 
Ja und das Fazit ?

3 Wochen hat´s gedauert. insgesamt 29 Stunden geschliffen, poliert und parabolisiert. Die gleiche Zeit noch mal für das Erstellen der Testeinrichtung und Messen. Jede freie Minute reingesteckt. Insgesamt ein riesen Spaß, eine unmenge neues über Optik und Meßverfahren gelernt gelernt, Neue Freunde gefunden. Ich kann nur sagen, wer als Sternfreund noch keinen Spiegel geschliffen hat ist selbst Schuld.

Übersicht über die aufgewendete Zeit für den Grob-, Fnschliff, Politur und Parabolisierung.
 
 
 
  Astrofotografie Homapage Helwig Fülling